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Shanghai Expo 2010 – Ganz großes Kino Teil 4

Shanghai Expo 2010 Teil 4: Von Hasen und Löwen

Der Pavillon Macaos auf der Shanghai Expo 2010 ist einer optisch gelungensten. Er hat die Form eines großen Hasen mit beweglichem Kopf und Schwanz. Laut chinesischer Mythologie ist der hier dargestellte Jade-Hase der Wächter des Nantianmen, der Tür zu einem Märchenland. Das ist nicht unpassend, berücksichtigt man den Wohlstand und die vielen ausgefallenen Hotels und Casinos, denn in Macao ist Glücksspiel legal im Gegensatz zu Hongkong und China. Die Höhe des Pavillons mit 19,99 Metern symbolisiert den Wiederanschluss ans Mutterland China im Jahre 1999. Im Inneren des Pavillons begibt man sich auf einen filmischen Rundgang durch die Sonderverwaltungszone. Die Leinwand verläuft entlang des gesamten Weges, man muss der Projektion durch das Gebäude folgen. Durch den Pavillon begleiten einen ein Junge, ein Mädchen und ein Erwachsener und erklären einem dabei verschiedene Sehenswürdigkeiten, Feste und einen kleinen Teil der Geschichte der Region. Teile der Leinwand sind hervorgehoben, so dass die Projektionen Struktur erhalten und alles plastischer wirkt. Insgesamt ein positives Beispiel für einen Pavillon mit Filmvorführung durch den Charakter eines gemeinsamen Spazierganges anstelle einer rein passiven Kinovorstellung.

Der Pavillon von Singapur war insbesondere durch die VIP-Behandlung auf der Shanghai Expo 2010 reizvoll. Das ist nicht im übertragenen Sinne zu verstehen. Für die meisten Pavillons, über die wir in diesem vierteiligen Beitrag berichtet haben, waren wir und der Rest unseres Chinesisch-Kurses vorangemeldet. Wir mussten nicht anstehen sondern konnten über gesonderte Eingänge die Ausstellungen betreten. Aber nur hier wurden wir während des gesamten Aufenthaltes dem Rest des Publikums gegenüber bevorzugt behandelt, sogar von diesem getrennt. Einen einzigartigen Rhythmus habe die Stadt. Durch die vielen verschiedenen Kulturen entstehe im Zusammenspiel mit ständigem Fortschritt und der Umwelt eine „Urbane Symphonie“. Etwa so beschreibt der an die Besucher ausgegebene Fächer das Land. Daraus ergibt sich ein roter Faden, wie er uns bisher in keinem anderen Pavillon begegnet ist, ein musikalischer. Eindringliche Rhythmen untermalen die teils interaktive Ausstellung im Erdgeschoss, die wir wegen unserer Führung nur überfliegen konnten. Eine Etage darüber wird es popig. Ein Quartet aus bekannten Sängerinnen und Sängern Singapurs liefert die Stimmen zu einem Musikvideo über die Hauptstadt des kleinen südostasiatischen Staates. Von unseren gepolsterten VIP-Sesseln in der ersten Reihe hatten wir einen optimalen Blick auf die große Panoramaleinwand und damit auf die schönsten Ecken der Löwen-Stadt (Sanskrit: Singha ~ Löwe, Pura ~ Stadt).

Das klare Highlight dieses Shanghai EXPO 2010 -Tages war die Dachterrasse mit Garten, Nebelanlage und Aussicht auf die umliegenden Pavillons und die Lupu-Brücke, die in einem großen Bogen den nahen Huangpu überspannt. Dank der Voranmeldung war unsere Gruppe hier nahezu ungestört, so dass die idyllische, fast surreale Umgebung mit der harmonischen Hintergrundmusik voll zur Geltung kam. Mitten in Blumen und Bäumen, die man sonst nur im tropischen Klima Singapurs findet, vergisst man leicht die Hektik der Großstadt! Wenn man sich etwas Zeit nimmt, findet man hier oben auch ohne Führung für einen kurzen Moment diese Ruhe.

Wir lernen:

tùzi

heißt:

Hase

Ende Shanghai Expo 2010 Teil 4