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Quo Vadis? – Busse in Shanghai

Alle nützlichen Informationen über Buslinie 746 übersichtlich zusammengefasst
Alle nützlichen Informationen über Buslinie 746 übersichtlich zusammengefasst

Sich mit der Metro durch Shanghai zu bewegen ist relativ einfach. Es gibt übersichtliche Netzpläne, Stationen werden bereits aus einiger Entfernung durch Hinweisschilder angekündigt und Transfer-Möglichkeiten zwischen den Metro-Linien sind deutlich gekennzeichnet. Auch das Bezahlen ist nicht schwierig. Von der SPTC wird der Preis beim Verlassen des Tarifbereichs automatisch abgebucht. Einzelkarten werden in der Startstation gekauft, über einen Touchscreen am am Automaten wird die Zielstation ausgewählt.

Abenteuerlicher geht es im Busverkehr zu. Die Bushaltestellen sind zwar, ebenso wie die Metro-Stationen, mit englischen Namen beschriftet, die auch kurz vor dem Stopp im Bus durchgegeben werden, aber es gibt keine Liniennetzpläne. Angesichts der großen Menge an Linien ist das nicht verwunderlich – eine übersichtliche Darstellung wäre kaum machbar. Entsprechend unübersichtlich sind auch die Umstiegsmöglichkeiten. Nur Streckenpläne für die einzelnen Buslinien gibt es, allerdings rein chinesisch! Sogar einige Linienbezeichnungen setzen sich allein aus chinesischen Schriftzeichen zusammen. Um sich einigermaßen orientieren zu können, sollte man sich die Zeichenfolge einiger wichtiger Haltestellen einprägen, insbesondere die der Heimatadresse, und die Buslinien die dort halten. Denn das Netz ist sehr dicht und überall in der Stadt tauchen immer wieder Buslinien auf, die einen an einen bekannten Ort bringen können. Mit etwas Glück spart man sich so überflüssige Fußwege und Transfers gegenüber einer Fahrt mit der U-Bahn. Zu sehen gibt es auch mehr.

Bei der Orientierung hilft auch Google Maps Hongkong (maps.google.com.hk/maps). Dort kann man nach Eingabe von Start- und Ziel-Adresse die Route mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzeigen lassen. Eher die Ausnahme aber dennoch kniffelig sind auch verkürzte Linienführungen, bei denen weniger stark frequentierte Abschnitte der Strecke nicht von jedem Bus der Linie angefahren werden. Das ist zwar auch in Deutschland üblich, hier aber schwerer ersichtlich. Den Hinweis auf eine verkürzte Route findet man in aller Regel auf einem großen weißen Schild unten links hinter der Windschutzscheibe – ebenfalls ausschließlich auf chinesisch. Bei normaler Streckenführung fehlt dieses Hinweisschild.

Komplizierter wird es auch beim Bezahlen. Es gibt zwei Varianten.

Variante 1: Bei kürzeren Linien ist der Fahrpreis von der Zahl der zurückgelegten Stationen unabhängig. Die Preise stehen auf den Streckenplänen an den Haltestellen und außen am Bus, bezahlt wird (passend!) vorne beim Fahrer.

Variante 2: Bei längeren Linien errechnet sich der Preis aus der zu fahrenden Strecke, bezahlt wird bei einem Schaffner im hinteren Bereich. Die Preise verstecken sich auf den Streckenplänen an den Stationen und auf Preistafeln im Bus (alle Stationsnamen auf chinesisch!). Falls man den Preis nicht kennen sollte, empfiehlt es sich, einen Stadtplan dabei zu haben, denn auf englisch kommt man bei Schaffner und Fahrer oft nicht voran. Auch die Namen bekannter Orte helfen nur bedingt, da sich die Aussprache im Chinesischen im Allgemeinen grundlegend von der uns bekannten unterscheidet. Beispielsweise fragt man Passanten trotz gleicher Schreibweise oft vergeblich nach „McDonalds“.

Der EXPO ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass in den letzten Jahren alle unklimatisierten Busse von Shanghais Straßen verschwunden sind und mit ihnen einige Modelle, die wenig vertrauenswürdig erschienen.

Gute Fahrt!

Nächster Halt: Steckdose

Im Falle des EXPO-Geländes der Stadt Hannover hatte man im Zweifelsfall Zeit, sich mit der Nachnutzung zu befassen. Der wesentliche Teil des Gebietes mit den großen Hallen war vorher das Messegelände der Stadt und ist es auch nach dem Ende der Weltausstellung wieder geworden. Die östliche Hälfte mit den meiste Länderpavillons war nach dem Ende der EXPO 2000 zu einem Teil bereits verplant, was auch die weitere Nutzung einiger Pavillons an ihren dortigen Standorten einschloss. Einige Bauruinen und leerstehende Gebäude zeigen, dass selbst nach zehn Jahren die Nachnutzung noch nicht vollständig gelungen ist. Der Randlage des Gebietes ist es zu verdanken, dass sich die öffentliche Empörung in Grenzen hält.

In Shanghai ist die Lage der EXPO 2010 deutlich zentraler – nur sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt zu beiden Seiten des Huangpu, umringt von Wohngebieten und von der hohen Nanpu-Brücke gut zu überblicken. Während man in Hannover den Eindruck hatte, sich durch eine Parkanlage zu bewegen, die nur dazu bestimmt war, den verschiedensten Nationen als Bühne zu dienen, merkt man auf dem Gelände in Shanghai, dass das Areal auch eine Zukunft hat. Vereinzelt stehen schlichte Versorgungsgebäude zwischen den Pavillons, die nicht wirken, als müssten sie nach der Weltausstellung weichen. Größere neue Straßen durchziehen bereits samt Fahrradstreifen, Ampeln und Straßenschildern das Gelände – viel Platz für viele begeisterte Besucher. Ob dort, wo jetzt noch für einen Blick auf Nationen wie die Vereinigten Arabischen Emiraten oder auch Deutschland angestanden wird, schon in wenigen Monaten wie geplant erste Dienstleistungsunternehmen einziehen werden?

Einen deutlicheren Blick in eine mögliche Zukunft erlauben einem die 120 Volvo-Elektrobusse, die auf dem Gelände unterwegs sind. Sie erscheinen wie eine futuristische Version der Oberleitungsbusse, wie sie in einigen älteren Teilen Shanghais noch heute unterwegs sind. Vielleicht deren Ablösung, denn der spätere Einsatz auf den öffentlichen Straßen der Stadt scheint sichere Sache zu sein. Vereinzelt sind die neuen Volvo-Elektros auch schon im Linienverkehr zu beobachten. Im Gegensatz zu den an elektrischen Hochleitungen geführten Bussen, hängen die neuen Exemplare nicht mehr dauerhaft an der Steckdose. Einmal komplett aufladen dauert acht Stunden, dann reicht’s auch erst mal für 100 Kilometer. Bei Bedarf sind oberhalb einiger Bushaltestellen zusätzlich Kontakt-Schienen angebracht, Ladestationen, die mittels ausfahrbaren Stromabnehmern angezapft werden können, während unten die Fahrgäste ein- und aussteigen.

Wir lernen:

jīnhòu

heißt:

Zukunft

Shanghai Public Transportation Card (SPTC)

Die Shanghai Public Transportation Card (SPTC) ist ein wiederaufladbares Zahlungsmittel im Kreditkarten-Format. Akzeptiert wird es im gesamten öffentlichen Nahverkehr der Stadt (Busse, Metrolinien, Fähren, Magnetbahn Maglev) sowie in Taxen, Parkhäusern, 24Stunden-Shops und bei McDonalds. Einer der nennenswertesten Vorteile ist die kontaktlose Abbuchung von der Karte. Hierdurch muss sie nicht aus Rucksack oder Brieftasche herausgenommen werden – man kann bequem den geschlossenen Geldbeutel über das Buchungsfeld führen.

Am einfachsten ist die Karte in der Metro an den Informationsschaltern zu erhalten. Gerade durch die EXPO kann man sich hier auch auf englisch gut verständlich machen. Pfand für die Karte beträgt 20 Yuan. Seit 2006 wird die Karte auch in Suzhou und Hangzhou akzeptiert, zwei der wichtigsten Ausflugsziele für Shanghai-Reisende.

Vergünstigungen:

An einigen Umsteigepunkten im Metrosystem ist man gezwungen, beim Wechsel der U-Bahn-Linie die Tarifzone zu verlassen. Während man mit einem Einzelticket hier für beide Fahrabschnitte den Mindestfahrpreis von 3 Yuan zahlen müsste, wird bei Nutzung der SPTC die Fahrstrecke als eine Einheit berechnet und der Preis somit günstiger.

Eine weitere Vergünstigung von einem Yuan erhält man beim Umsteigen innerhalb von zwei Stunden innerhalb des gesamten Metro- und Busliniennetzes.

Einen zusätzlichen 10%-Bonus erhält man, wenn man mit einer Karte 70 Yuan in einem Monat nur für Fahrten mit der Metro ausgibt.

Die Rabatte werden der Karte automatisch gutgeschrieben.

Lest hierzu auch den Artikel „Shanghai-Metro“ in der Rubrik Informationen/News!