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Chinesisches Neujahr

Chinesisches Neujahr
Dekoration zum Frühlingsfest

Ein chinesisches Neujahr muss gefeiert werden.

Der Jahreswechsel, wie wir ihn in Europa kennen, spielt in China kaum eine Rolle. Zwar wird auch hier seit Anfang des letzten Jahrhunderts ebenfalls der gregorianische Kalender verwendet, aber das chinesisches Neujahr wird traditionell immer noch nach dem zuvor gebräuchlichen Lunisolarkalender gefeiert, dessen Monatslänge sich entsprechend der älteren Lunarkalender nach den Mondphasen richtet, dessen Jahreslänge aber durch Schaltmonate im Durchschnitt mit der Länge des Solar-Jahres übereinstimmt. Das Chinesisches Neujahr bzw. chinesische Mondneujahr fällt damit in der Regel auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende (21./22.12.) zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar, dieses Jahr auf den 3. Februar. Eine ganze Woche steht im Zeichen des Neujahrsfestes, viele Büros und Geschäfte bleiben in dieser Zeit geschlossen oder haben verkürzte Öffnungszeiten, damit die Menschen dieses wichtigste Fest des Jahres mit ihrer Familie verbringen können. Auch in vielen anderen asiatischen Ländern hat das Fest einen ähnlichen Stellenwert, darunter Vietnam, Korea und Taiwan. Die größte regelmäßige Völkerwanderung der Welt sei laut Wikipedia jedes Chinesisches Neujahr die Folge. Im Anschluss an das Frühlingsfest kehren bis zu einem drittel der Urlauber nicht zu ihrer vorherigen Arbeit zurück!

Chinesisches Neujahr
Dekoration zum Frühlingsfest

Am vorletzten Tag des Mond-Jahres ist es Brauch, ein Mahl für die verstorbenen Vorfahren zu bereiten. Es wird ein weiterer Platz am Tisch eingedeckt, Kerzen werden angezündet und Papiergeld für die Toten verbrannt. Erst anschließend setzt sich die Familie zum Essen. Am folgenden Neujahrsabend, dem letzten Tag des Mond-Jahres kommt die Familie für ein großes Festessen zusammen, dessen fester Bestandteil mindestens ein Fischgericht ist, das nicht aufgegessen werden darf! Denn das chinesische Wort yú bedeutet nicht nur Fisch sondern auch Wohlstand, und der ist für das kommende Chinesisches Neujahr unbedingt erwünscht. Nach Beendigung des Abendessens geht die Familie gemeinsam nach draußen, um mit Feuerwerk das „Jahresmonster“ (das alte Jahr) zu vertreiben und neues Glück willkommen zu heißen. Bereits den ganzen Tag über werden überall Knaller angezündet, sobald die Dämmerung einsetzt, kommen Raketen hinzu. Ab 23 Uhr werden die Feuerwerke deutlich intensiver, bis sie zwischen Mitternacht und etwa 1 Uhr ihren Höhepunkt erreichen. Die Straßen der Stadt erinnerten an diesem Abend zeitweise an die Bilder von Kriegsgebieten, wie man sie von Fernsehbildern kennt – verqualmt, unentwegt Explosionen in allen Richtungen und hell aufblitzende Häuserfronten. Etwas ruhiger setzen sich die Feuerwerke bis in die Morgenstunden fort und auch am Neujahrstag kracht es überall. Völlig ruhig wird es auch in den folgenden Tagen nicht.

Chinesisches Neujahr
Verkauf von Feuerwerkskörpern

Auch den Neujahrstag verbringt man im Kreise der Familie. Außerdem ist es Brauch, an diesem Tag das erste, besonders glückbringende Räucherstäbchen des neuen Jahres im Tempel zu verbrennen, sofern man dies nicht schon in der vorangegangen Nacht getan hat.

Chinesisches Neujahr
Dekoration in einem Kaufhaus

Vom zweiten bis siebten Tag des Frühlingsfestes werden Verwandte und Freunde besucht oder als Gäste empfangen und Geschenke an die Kinder übergeben. Am vierten Tag knallt es abends und nachts ähnlich heftig, wie am Vorabend des ersten Tages, denn dann gilt es, den Geld-Buddha auf sich aufmerksam zu machen, der neuen Wohlstand im neuen Chinesisches Neujahr bringen soll. Am 15. Tag des Mondneujahres, dem ersten Vollmond, endet das Frühlingsfest mit dem Laternenfest. Klebreisbällchen mit süßer Füllung werden gegessen und die Menschen gehen mit Papierlaternen auf die Straßen.

Wir lernen:

新年好 = xīnnián hǎo!

heißt:

gutes neues Jahr!

Neujahr

2011 ist das Jahr des Hasen
2011 ist das Jahr des Hasen
Am Wujiaochang
Am Wujiaochang

Wir wünschen ein frohes neues Jahr!!

Neujahr Silvester Shanghai ist, ähnlich wie Weihnachten, überall in Shanghai präsent, aber trotzdem kein wirklich wichtiges Fest in China. Dementsprechend ruhig war auch die Silvester-Nacht. Wo man in Deutschland selbst in den kleinen Ortschaften bereits tagsüber ständig vereinzelte Kracher hört, war das hier eher die Ausnahme. Dies zeigen auch die Nachtbilder, aufgenommen um kurz nach Mitternacht.

Am Wujiaochang
Am Wujiaochang

Kalt war es – das EXPO-Thermometer zeigte -1 Grad Celsius. Man hörte zwar Feuerwerk, aber nur wenig und es war kaum etwas zu sehen. Nur gelegentlich schaffte es eine einzelne Rakete über die Hochhäuser. Einige hundert Meter flussäufwärts auf dem ehmaligen Expo-Gelände findet einer der zwei städtischen Countdowns statt mit lauter Musik und einem verhaltenen Feuerwerk auf dem Huangpu. Der andere Countdown wird im teuren Barviertel Xintiandi gefeiert. Ähnliche Veranstaltungen am Bund und in Lujiazui am Oriental Pearl Tower wurden kurzfristig wegen Sicherheitsbedenken abgesagt.

Jetzt sind wir gespannt auf das Frühlingsfest im Februar, wenn das chinesische Neujahr sieben Tage lang gefeiert wird. Es wird wohl mehr zu sehen sein über der Skyline von Lujiazui.

Das EXPO-Thermometer
Das EXPO-Thermometer

Wir lernen:

 xīnnián kuàilè

heißt:

frohes neus Jahr

Die Nanpu-Brücke
Die Nanpu-Brücke